Testbericht Vibram FiveFingers SeeYa

Als ich letztes Jahr gesehen habe, dass Vibram einen neuen FiveFingers-Schuh herausbringt, der speziell als Wettkampf-Schuh für Strassenläufe gedacht ist, musste ich ihn mir natürlich möglichst schnell besorgen. Seit ein paar Wochen habe ich ein Paar „SeeYa“ und kann nun etwas über meine Erfahrungen schreiben. Da er ein ausgesprochener Strassen-Rennschuh ist, möchte ich ihn vor allem mit dem Bikila vergleichen, der bisher mein Favorit in dem Bereich war.
Aussehen und Farbe:

Wie der Name schon sagt, er ist gut zu sehen! Das Neon-Gelb leuchtet sehr stark und die grauen Teile sind Reflexmaterial. Der Schuh ist also perfekt zum laufen in der Nacht.

Gewicht und Grösse:

Der Schuh ist extrem leicht. In meiner Grösse (44) ist er 142g schwer, damit also etwa 35g leichter als der ohnehin leichte Bikila. Möglich wird das durch verschiedene Design-Änderungen. Dazu gleich mehr. Der Schuh ist mir in 44 etwas zu gross, während ich Bikila in 44 trage, allerdings KSO Trek in 43. Das ist aber beim Rennen nicht tragisch, da schadet hinten der Platz nicht, da man sowieso auf dem Vorfuss landet.Bei nächster Gelegenheit werde ich mal einen 43’er ausprobieren.

Obermaterial:

Das Obermaterial ist sehr dünn und luftig, vor allem aber weniger gepolstertm z.B. oben auf dem Vorderfuss. Rund um den Knöchel ist auch keine polsternder Wulst mehr und selbst die Fersenpartie ist sehr dünn. Dadurch wirkt er zunächst es „wabbelig“, er schmiegt sich aber auch sehr gut an. Durch die dünne Struktur hat man nicht so schnell verschwitzte Füsse wie in den Bikila (oder noch schlimmer: Bikila LS). Auch im Winter kann ich gut damit laufen, ohne Socken, im Schnee würde ich ihn aber eher nicht anziehen, da er zu grosse Löcher im Material hat und zu rutschig wäre.

Sohle:

Neu am SeeYa ist auch das verschlankte Sohlen-Design. Abgesehen von einer sehr dünnen Mittelsohle kann man aussen auch sehr gut erkennen, wie der Mittelfuss-Teil statt normalem Material aus sehr dünnem, aber etwas festerem Material besteht. Der Schuh behält so seine Form, spart aber Gewicht an der Stelle, wo man es nicht braucht. Dieses Material soll auch gut schützen gegen Reizungen im Spann, z.B. durch spitze Steine. Auch im Bereich des Ballens ist das Material dünner und schlanker. Wie lang der Schuh durchhält bzw. wie schnell er sich abreibt, muss erst noch ausprobiert werden.

Laufgefühl:

Wie man auf dem Bild sehen kann, ist der SeeYa weniger steif als der Bikila im Hintergrund. Das fühlt sich beim Laufen grossartig an. Durch das geringe Gewicht hat man den Eindruck, gar nichts an den Füssen zu haben, die Füsse fliegen ganz von alleine. Da sich der Schuh gut an den Fuss anschmiegt, hat man ein sehr gutes Laufgefühl, mit gutem Grip auch in schnellen Kurven. Auf nassem Boden haftet die Sohle auch sehr gut. Im Gelände merke ich keinen grossen Unterschied zum Bikila, auch wenn die Sohle dünner ist.

Fazit:

Ein sehr gelungener Schuh, der meinen Geschmack sehr gut trifft. Auffällig, leicht, schmeichelnd am Fuss, mit sehr direktem Auftritt, wodurch ich eher noch leichter auf dem Boden lande. Damit schliesst sich der Kreis zu meinem ersten VFF, dem KSO, der auch sehr leicht war, aber weder innen sauber genug verarbeitet war für ein schnelles Rennen, noch eine ausreichend gute Sohle hatte für einen Lauf im leichten Gelände. Dieser Schuh kombiniert also das Beste aus dem KSO und dem Bikila. Meinen herzlichen Glückwunsch an den Hersteller!

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