Schuh-Auswahl

Viele Leute haben Mühe, die richtigen Schuhe für’s Laufen zu finden. Ich möchte hier einige Empfehlungen geben, die bei der Auswahl unterstützen können.

Stützend oder flexibel?

Die meisten Laufanfänger haben eine zu schwache Stützmuskulatur. Der Ablauf ist dann klassischerweise so: Besuch im Sportschuh-Geschäft, Laufband mit Video-Analyse, Befund: Pronation, also ein abknicken des Fusses nach innen. Daher „verschreibt“ der Verkäufer einen Schuh mit Pronationsstütze, also fester Innenseite.

Da haben wir schon das erste Problem: mit dem Fuss verhält es sich ähnlich, wie mit dem Rücken. Wenn der schief ist, haben wir zwei Möglichkeiten: Korsett oder Training. Langfristig sollte immer das Ziel sein, dass der Körper sich selber hilft, also Training zum Muskelaufbau. Mit dem Fuss ist es das Gleiche.

Wir müssen vielleicht am Anfang einen Schuh haben, der uns noch stützt, sollten aber ständig daran arbeiten, die Muskulatur zu verstärken. Daher brauchen wir einen Schuh, der das ermöglicht. Wer es nicht schafft, immer mit einem „neutralen“ Schuh, also ohne Stütze, zu laufen, der sollte sich trotzdem ein solches Paar zulegen, um abzuwechseln und den Körper damit aufzubauen.

Das zweite Problem mit den stützenden Schuhen ist, dass der Laufstil miserabel ist. Die Schuhe sind oft so steiff, dass ein Abrollen nicht möglich ist. Man hört es förmlich beim Rennen, wie der Schuh auf der Strasse „klumpt“ und man kann sich vorstellen, wieviel Energie in Schall umgewandelt wird.

Hart oder weich?

Speziell bei stützenden Schuhen, aber eigentlich seit Mr. Bowerman von der Fa. Nike in den 70’er Jahren die Schaumstoff-Dämpfung verbessert hat, tragen wir weiche Schuhe. Ich selber habe 20 Jahre lang gerne weiche Schuhe getragen. Das Problem daran ist, dass der Körper, speziell das Bein, das Gefühl vom Boden braucht, um den Schritt stabil zu halten. Dabei gibt es einen Reflex: je weicher der Boden (oder Schuh) ist, umso härter wird das Bein aufgesetzt, auf der Suche nach einem festen Tritt. Der weiche Schuh sorgt also dafür, dass die Belastung auf Fussgelenk, Kniegelenk und Hüfte eher höher ist, als bei einem harten Schuh. Man läuft eher auf der Ferse, was vor allem für die Knie problematisch wird.

Probiert mal folgendes aus: geht Laufen mit weichen Schuhen, merkt euch, wie sehr es im Fussgelenk und im Knie belastet. Dann: zieht die Schuhe aus, geht auf Socken oder barfuss laufen, landet dabei auf dem Vorfuss. Wie ist die Belastung jetzt? In der Wade ist das Gefühl bestimmt ungewohnt, aber in Knie, Fuss und Hüfte ist es jetzt viel weicher, ihr werdet automatisch den Fuss vorsichtiger aufsetzen. Daran kann man sich gewöhnen.

Ich empfehle daher eher einen harten, wenig gedämpften Schuh, er führt zu einem besseren und weniger belastenden Laufstil.

Stufe 1 – Mittelfuss-Laufstil

Wer sich nicht richtig traut, nimmt z.B. einen Nike Free 3.0 http://www.freenike.ch/nike-free-30-c-4.html

Mit diesem Schuh bin ich mehrere Jahre gerannt, mein Laufstil hat sich nach den klassischen Laufschuhen dadurch massiv verbessert. Der Schuh ist mittel-hart, stützt wenig, weder im Spann noch an der Ferse. Dadurch landet man automatisch auf dem Mittelfuss, da Fersenlauf aufgrund der mangelnden Fersenstütze nicht gut möglich ist. Der Schuh ist auch recht leicht und biegsam, es macht viel Spass, damit zu laufen.

Stufe 2 – Vorfuss-Laufstil

Als nächste Stufe gibt es die sog. Barfuss-Schuhe. Bei den Barfuss-Schuhen gibt es starke Unterschiede bezüglich des Niveaus an Dämpfung und Stütze, daher unterteile ich sie weiter. Wer gerne auf Vorfuss-Technik umstellen möchte, ist aber auch schon mit den folgenden Modellen gut bedient:

Merell Glove

Merell Lithe Glove (Damen), gibt’s auch in anderer Farbe für Herren

Mit dem Merell habe ich schon einige Erfahrungen sammeln könnne. Er hat unter den Zehen recht viel Profil, was etwas ungewohnt sein kann. Die Sohle ist dünn und fest, schützt also gut. Der Innenschuh ist mittelgut verarbeite, was beim Laufen ohne Socken etwas unangenehm werden kann. Der Schuh ist leicht und rollt gut ab.

New Balance Minimus

Der New Balance Minimus sieht auch interessant aus, allerdings habe ich damit keine eigenen Erfahrungen. Im Gegensatz zum Merell ist die Sohle recht glatt.

Stufe 3 – Fast ganz ohne

Die aussergewöhnlichsten Schuhe sind nach meinem Gefühl die Vibram FiveFingers (http://www.vibramfivefingers.it/default.aspx):

Seit vier Jahren laufe ich praktisch nur noch in dieser Art Schuh, der mehr einem Fingerhandschuh  gleicht. Es gibt Modelle in unterschiedlicher Form, Farbe, Ausführung, mit Klettverschluss oder Schnürsenkeln, in Leder oder in Nylon, mit dünnerer oder dickerer Sohle.

Charakteristisch an diesen Schuhen ist aber, dass die Zehen segmentiert, also einzeln geführt sind. Das hat den grossen Vorteil, dass man beim Laufen auf dem Vorfuss nicht nach vorne rutscht, sondern der Schuh sich zwischen den Zehen abstützt. Dadurch werden die Zehen(-nägel) geschont, speziell beim laufen bergab. Der Schuh stützt überhaupt nicht, man läuft automatisch auf dem Mittelfuss oder dem Vorfuss, speziell bei den dünneren Modellen (Bikila, SeeYa)

Wo kaufen?

In Zürich kann man dieses verschiedenen Schuhe gut kaufen bei:

Transa (Europaallee am Hauptbahnhof)

Ich habe auch gehört, dass es einen Shop in Uster gibt, der sie auch führt.

Interessant ist auf dieser Versand: http://www.barfussschuhe.ch/vibram-fivefingers/

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